Ernst-Cramer-Medaille für deutsch-israelische Verdienste

Veröffentlicht am Dienstag, 25. September 2012 / DIG Speyer-Pfalz

Ernst-Cramer-Medaille

DIG-Präsident Reinhold Robbe, Stiftungsvorsitzende Friede Springer

Berlin. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft e.V. (DIG) wird ab 2013 die Ernst-Cramer-Medaille verleihen, benannt nach dem bedeutenden Publizisten. Geehrt werden Persönlichkeiten, die sich im Sinne von Ernst Cramers Lebenswerk um die deutsch- israelischen Beziehungen in besonderer Weise verdient gemacht haben. Angefertigt wurde die Medaille mit Unterstützung der Axel Springer Stiftung von der Königlichen Porzellan-Manufaktur (KPM) Berlin. Verlegerin Friede Springer, Vorsitzende der Axel Springer Stiftung, und der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und ehemalige Wehrbeauftragte, Reinhold Robbe, konnten heute das erste Muster der Medaille in Händen halten.

Ernst Cramer war von 1981 bis 1995 Herausgeber der „Welt am Sonntag“ und bis 2010 Vorstandsvorsitzender der Axel Springer Stiftung. Zuvor fungierte er unter anderem als stellvertretender Chefredakteur der „Welt“ und war bis zu dessen Tod 1985 ein enger Freund und Mitarbeiter des Verlegers Axel Springer. Als Jude verfolgt und 1938 im KZ Buchenwald interniert, hatte Cramer 1939 in die USA emigrieren müssen. 1945 kehrte der gebürtige Augsburger als US-Soldat nach Deutschland zurück, wo er sich führend am Aufbau einer demokratischen Presse beteiligte. Im Januar 2010 ist Ernst Cramer im Alter von 96 Jahren gestorben.

Zur Begründung für die Stiftung der Ernst-Cramer- Medaille würdigte ihr Präsident Reinhold Robbe Cramer als „einen der größten deutschen Publizisten der Nachkriegszeit“ und „deutschen Patrioten im besten Sinne des Wortes“, der sich „für die Aussöhnung mit dem jüdischen Volk in Israel, in den USA und weit darüber hinaus große Verdienste erworben“ habe. „In seiner bescheidenen Art hat er sein beispielhaftes Engagement als Selbstverständlichkeit begriffen“, sagte Robbe.

Unser Bild zeigt die Stiftungsvorsitzende Friede Springer mit dem DIG-Präsidenten Reinhold Robbe bei der Entgegennahme des ersten Musters der Ernst-Cramer-Medaille.
(Bild: Martin Lengemann)

Rückkehr ins Herz der Stadt

Veröffentlicht am Donnerstag, 20. September 2012 / DIG Speyer-Pfalz

Mannheimer Synagoge

Die Synagoge in Mannheim

Vor 25 Jahren wurde in Mannheim im Quadrat F 3 die neu gebaute Synagoge nebst Gemeindezentrum der Jüdischen Gemeinde feierlich eingeweiht. „Mit dem Neubau in F 3 kehrt die Jüdische Gemeinde in das Herz unserer Stadt zurück.“ würdigte der damalige Mannheimer Oberbürgermeister Gerhard Widder die Bedeutung dieses Ereignisses.

Vor dem Holocaust hatte es mehrere Synagogen in der Mannheimer Innenstadt gegeben, sie alle fielen jedoch dem Novemberprogromm von 1938 und den alliierten Bombenangriffen im 2. Weltkrieg zum Opfer, die Ruinen wurden in den 50er Jahren abgerissen.

Die am 7. Oktober 1945 wiedergegründete Jüdische Gemeinde richtete deshalb zunächst im ehemaligen Jüdischen Weisenhaus in R 7 ein neues Gotteshaus ein. Für die wenigen verbliebenen und zurückgekehrten Juden war dieses Haus allerdings zu groß, so dass die Gemeinde Teile des Gebäudes vermieten musste. Das störte jedoch zunehmend den Gottesdienstbetrieb und der Wunsch nach einer neuen Synagoge wuchs.

Pläne vom Beginn der 50er Jahre, einen Gebetsraum oder zumindest eine Gedenkstätte im Quadrat F2 (Ort der früheren Hauptsynagoge) einzurichten, scheiterten aus finanziellen Gründen. Stattdessen entschied sich die Gemeinde in der Maximilianstraße in der Oststadt eine neue Synagoge (später auch ein Gemeindehaus) zu errichten. Dieses einfache Gebäude im Stil der 50er Jahre diente der Gemeinde die nächsten 30 Jahre lang.

Ende der 70er Jahre entstand dann in der Mannheimer Stadtverwaltung der Wunsch eine Synagoge im Stadtzen-trum zu bauen, um wenigstens städte-baulich eine Art Wiedergutmachung zu leisten, und übernahm die Finanzierung (was zu Beginn der 50er Jahre noch abgelehnt worden war).

Die Wahl des Standorts fiel auf F 3, das bis dahin nur von einem Parkplatz bebaut war. 1980 wurden vom Oberrat der Jüdischen Gemeinde erste Entwürfe in Auftrag gegeben, ausgewählt wurde schließlich der Mannheimer Architekt Karl Schmucker. Am 17.10.1986 fand das Richtfest statt, feierlich eingeweiht wurde die Synagoge am 13. September 1987.

Die Synagoge und das sie umgebende Gemeindezentrum sind angesichts seiner anspruchsvollen Architektur eine Bereicherung für Mannheim. Im Jahr der Einweihung wurden sie sogar auf der Biennale in Venedig dokumentiert. Aber nicht nur städtebaulich sind sie ein großer Wurf. Denn von Beginn an hat die Jüdische Gemeinde ihr Haus für Veranstaltungen aller Art geöffnet, so dass das Gemeindezentrum heute Teil des städtischen Lebens ist. Ohne dieses Haus ist der Pulsschlag unserer Stadt heute nicht mehr vorstellbar. (Text: Hannes Greiling, Foto: Joachim Hahn, Alemannia Judaica)

Mehr zur Geschichte der Mannheimer Synagogen und Betsäle: http://www.alemannia-judaica.de/mannheim_synagoge_a.htm