Nachrichten vom Toten Meer

Veröffentlicht am Montag, 07. Januar 2013 / DIG Speyer-Pfalz

Während im Süden des Landes die Sirenen heulten und die Menschen in Angst und Schrecken versetzten, hatte ich die einmalige Gelegenheit, in Ein Gedi am Toten Meer mit Gundi Shachal und einem slovenischen Fernsehteam den ehemaligen Campingplatz an der Route 90 zu besichtigen. Das Team aus Slovenien war angereist, um über die aktuelle Situation entlang des Toten Meeres zu berichten und traf auf die in Umweltfragen versierte Gundi, Repräsentantin von Friends of the Earth Middle East (FoEME). Die telefonierte nur kurz, und bald darauf tauchte Shimon auf, der Strandwart, der auch die Schlüssel für das für die Öffentlichkeit grundsätzlich unzugängliche und umzäunte Sperrgebiet besaß.

Schon der erste Eindruck war erschreckend: Zu sehen waren tiefe Risse im Boden, hier und da traten Krater zum Vorschein, von denen einer auf eine Tiefe von ca. 20 m geschätzt wurde. Ein eingestürztes Gebäude und abgestorbene Dattelpalmen, all das erinnerte an ein verheerendes Erdbeben oder den Einschlag von Granaten.

Der erste Krater auf dem Campingplatz brach ohne Vorwarnung 1998 auf und verschluckte eine junge Frau. Seitdem ist der Platz verwaist.

Diese Krater – oder auf den zahlreichen Warnschildern entlang des Ufers des Toten Meeres auch sink holes genannt – entstehen durch den stetigen Rückgang des Toten Meeres. Grund- und Regenwasser, das von den Hängen in den See fließt, wäscht die Salzschicht unter der Erdoberfläche aus und hinterlässt Hohlräume, die z.B. durch tektonische Verschiebungen jederzeit einbrechen können. Wahre Zeitbomben also. Schätzungen belaufen sich auf insgesamt ca. 3.000 solcher sink holes allein am westlichen Ufer des Sees.

Seit kurzem wird ein solches Loch direkt unter der Route 90 bei Ein Gedi vermutet. Schon jetzt gibt es erste Überlegungen, die vielbefahrene Strecke durch das Naturreservat umzuleiten – mit Folgen für Mensch und Natur: Felder und Plantagen werden unwiederbringlich zerstört. Fauna und Flora dürften durch die Folgen des erhöhten Verkehrsaufkommens empfindlich beeinträchtigt werden. Das gesamte Erscheinungsbild wird sich grundlegend verändern. Alternativen zu einer solchen Umleitung gibt es bislang nicht.

Über die Gründe für die in den frühen 80er Jahren erstmalig aufgetretenen sink holes ist viel geforscht, berichtet und gewarnt worden (als Fußnote einfügen: siehe Spiegel-Bericht vom 03.09.2007, www.spiegel.de/spiegel/print/d-52809339.html), ohne dass sich etwas grundlegend geändert hätte.

Der Ein Gedi Campingplatz ist ein eindrucksvolles Beispiel für die unheilvolle – und grenzübergreifende – Entwicklung im Umgang mit den Wasserressourcen.

FoEME ist seit Jahren bemüht, mit seinen Vorschlägen und lokalen Projekten zur Rettung des einzigartigen ökologisch wie kulturhistorisch bedeutsamen Gebiets beizutragen. Die Organisation bringt Israelis, Palästinenser und Jordanier mit ihren gleich gelagerten Problemen zusammen. Auf der Grundlage der Wissensvermittlung und des Informationsaustausches wird nach Lösungsansätzen z. B. für eine gerechte Wasserverteilung oder die Wiederaufbereitung des Brauchwassers gesucht. Dies schafft gegenseitiges Vertrauen und fördert die Eigenständigkeit der Menschen in den betroffenen Gebieten.

Für diese und weitere Projekte gibt es drei Zentren, eines davon befindet sich im Kibbutz von Ein Gedi. Dort soll in naher Zukunft ein modernes Besucherzentrum entstehen, bei dem nicht nur die Wissensvermittlung, sondern auch die Projektarbeit (u.a. die Herstellung von Solarkochern) und die Forschung im Mittelpunkt stehen.

Dabei geht es auch um die Erforschung des traditionellen Wissens in den verschiedenen Gemeinschaften und um die Reaktivierung desselben zur Umsetzung von Lösungen diverser Probleme.

Bislang fehlt es an den finanziellen Mitteln. Dies ist aber notwendig, damit die Menschen sich vor Ort begegnen und voneinander lernen können, gerade jetzt, in Zeiten permanenter politischer Unruhe und Instabilität. Hierfür ist jegliche Hilfe gefragt und willkommen! Hilfe, die zugleich ein Zeichen der Solidarität setzt!

Weitere Information finden Sie auf der Website von Friends of the Earth Middle East (FoEME) unter www.foeme.org. Dort können Sie unter dem Stichwort „donations“ online spenden.

Dies geht selbstverständlich auch mittels Überweisung unter Angabe des Kennworts: „For Ein Gedi Eco Park“ auf folgende Bankverbindung:
Israel Discount Bank (Bank number 11)
Branch: Rabin Square (Branch number 085) 68 Ibn. Gvirol St. Tel-Aviv
Kontoname: EcoPeace Middle East Environmental NGO Forum/Friends of the Earth Middle East
Konto-Nr.: 426334
SWIFT/BIC code: IDBLILIT
IBAN: IL890110850000002426333

Text und Fotos: Ursula Schmitt

Zum Tode von Peter Struck

Veröffentlicht am Montag, 07. Januar 2013 / DIG Speyer-Pfalz

Über alle politischen Grenzen hinweg sind viele Menschen sehr betroffen über den plötzlichen Tod von Peter Struck, der heute im Alter von 69 Jahren plötzlich verstarb.

Von 1980 bis 2009 war Struck Mitglied des Deutschen Bundestages. Bereits von 1998 bis Juli 2002 war er Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion; dieses Amt bekleidete er erneut vom 21. November 2005 bis zum 29. September 2009. Bei den Bundestagswahlen von bis 1994 zog Struck jeweils über die Landesliste Niedersachsen in den Bundestag ein. 1998, und 2005 wurde er jeweils im Bundestagswahlkreis Uelzen-Celle direkt in den Bundestag gewählt, zuletzt erhielt er hier 46,7 Prozent der Stimmen. Er schied mit der Konstituierung 2009 aus dem Parlament aus. Seit dem 19. Juli 2002 bis 2005 gehörte er als Bundesminister der Verteidigung der Bundesregierung an.

Die unbestrittenen Verdienste Peter Strucks als langjähriger Fraktionsvorsitzender und Verteidigungsminister in schwierigen Zeiten sind Gegenstand zahlreicher Würdigungen. Was in diesem Zusammenhang aber mindestens ebenso deutlich unterstrichen werden muss, sind Peter StrucksVerdienste um die deutsch-israelischen Beziehungen. Peter Struck war den Juden in Deutschland und in der Welt emotional stark verbunden. Sein besonderes Augenmerk galt dabei stets der deutschen Verantwortung für den Staat Israel. Struck kümmerte sich sowohl als Vorsitzender seiner Fraktion, wie auch als Bundesminister um das einzigartige Verhältnis zwischen den Menschen in Deutschland und Israel. Peter Struck hatte viele Freunde in Israel. Gerade zu zahlreichen führenden Persönlichkeiten der israelischen Sicherheitspolitik entwickelte der Sozialdemokrat ein vertrauensvolles Verhältnis, das sich nicht zuletzt in einer engen Kooperation zwischen der Bundeswehr und den israelischen Streitkräften widerspiegelte.

Für seine besonderen Verdienste um die deutsch-israelischen Beziehungen wurde er mit der Bernhard-Weiß-Medaille des Bundes jüdischer Soldaten ausgezeichnet. Unser Land verliert mit Peter Struck einen anerkannten und glaubwürdigen Politiker. Auch die Deutsch-Israelische Gesellschaft wird ihn in dankbarer Erinnerung behalten.

Reinhold Robbe
Präsident

19. Dezember 2013

Trauer um Klaus Schütz

Veröffentlicht am Montag, 07. Januar 2013 / DIG Speyer-Pfalz

*Klaus Schütz – ein Freund Israels – starb im Alter von 86 Jahren*

Schütz war von 1957 bis 1962 Mitglied des Deutschen Bundestages, von 1962 bis 1966 Senator für Bundesangelegenheiten und gleichzeitig Bevollmächtigter des Landes Berlin beim Bund.
Schütz war vom 12. Dezember 1966 bis zum 27. Oktober 1967 beamteter Staatssekretär im Auswärtigen Amt.
1967 bis 1977 war Klaus Schütz Regierender Bürgermeister von Berlin.

Im Anschluss ging er als Botschafter der Bundesrepublik Deutschland für vier Jahre nach Israel. Von 1981 bis 1987 war er Intendant der Deutschen Welle in Köln, anschließend Direktor der Landesanstalt für Rundfunk in Nordrhein-Westfalen. Nach Berlin zurückgekehrt wurde er Präsident des Berliner Landesverbandes des Deutschen Roten Kreuzes.

Immer war er ein Freund Israels. In der Nachfolge von Heinz Striek war er *Vorsitzender der Deutsch Israelischen Gesellschaft in Berlin*. Er war bis zuletzt immer zur Stelle, wenn es um die Pflege und den Ausbau der einzigartigen Deutsch-Israelischen Beziehungen ging.

Berlin verliert eine bedeutende Persönlichkeit, wir verlieren ein großartiges Mitglied und einen Freund.

Reinhold Robbe Jochen Feilcke
Präsident Vorsitzender der DIG Berlin-Brandenburg