Diffamierende Zeichnung

Veröffentlicht am Mittwoch, 10. Juli 2013 / DIG Speyer-Pfalz

DIG kritisiert diffamierende Zeichnung

Beschwerde beim Deutschen Presserat gegen die „Süddeutsche Zeitung“

Berlin. Nachdem die „Süddeutsche Zeitung“ in ihrer Ausgabe am 2. Juli eine Zeichnung publizierte, die Israel in „diffamierender und nicht akzeptabler Weise“ darstellt, hat sich die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) einer Beschwerde des American Jewish Committee beim Deutschen Presserat angeschlossen.

Wie DIG-Präsident Reinhold Robbe heute in Berlin mitteilte, bediene diese Zeichnung in einer erschreckenden Form antijüdische und antiisraelische Klischees. Diese besagte Zeichnung erinnere ihn, so Robbe, an menschenverachtende Karikaturen des von den Nazis herausgegebenen antisemitischen Hetzblattes „Der Stürmer“. Die ansonsten liberale und seriöse Süddeutsche Zeitung habe in diesem Fall gegen die elementaren Regeln des journalistischen Anstandes verstoßen, betonte Robbe.

Die DIG unterstreicht in diesem Zusammenhang die bereits von dem AJC geäußerte Kritik, nach der Israel in der Kombination von Bild und Unterschrift ausschließlich negativ etikettiert werde. Die in der SZ-Zeichnung veröffentlichte Gegenüberstellung eines Dienstmädchen („Deutschland“) mit dem Monster („Israel“) sei dämonisierend. Die Darstellung des Monsters würde entmenschlichen und bediene sich antisemitischer Stereotype. Darüber hinaus knüpfe die Darstellung Israels als raffgieriges und gefräßiges Monster an die antisemitische Verschwörungstheorie der jüdischen Allmacht an.

Aus diesen Gründen betrachte die DIG die Beschwerde gegen die Süddeutsche Zeitung geradezu als Verpflichtung, betonte Robbe. Gleichzeitig rief er die politisch Verantwortlichen und befreundeten Organisationen dazu auf, die Beschwerde beim Deutschen Presserat ebenfalls zu unterstützen.

Berlin, den 4. Juli 2013